Wie tickt die Jugend heute?

“Wie tickt Jugend heute?” “Welche Themen interessieren junge Menschen?” “Wie können wir junge Menschen zum Mitmachen motivieren?” Mit diesen Fragen haben sich rund 40 Freie Wähler in Waldbronn beschäftigt. Eingeladen dazu hatte der Freie Wähler Landesverband, der die Veranstaltung gemeinsam mit den Freien Wähler Waldbronn durchgeführt hat. In seinem Impulsvortrag ging der Referent der Landeszentrale für politische Bildung, Robby Geier, Heidelberg, zunächst auf einige Studien ein, die untersucht haben, wie Jugendliche heute “ticken”.

Vortrag über Nachwuchsförderung

Vortrag über Nachwuchsförderung

Positiv vermelden konnte Geyer, dass seit dem Jahr 2005 das politische Interesse wieder stetig ansteigt und aktuell knapp unter 50% liegt. Lt. der Shell Studie 2015 liegen die Prioritäten von jungen Menschen klar bei Kinder und Familie, bei Bildung, der sozialen Sicherung und dem Arbeitsmarkt. Neben der Teilnahme an Wahlen sehen junge Menschen ihr politisches Engagement bevorzugt in Demonstrationen oder Bürgerinitiativen. Der Online-Protest dürfe aber lt. Robby Geyer nicht vernachlässigt werden. Die Übernahme eines politischen Amtes stünde dagegen nicht hoch im Kurs. Interessant für die Teilnehmenden war die Feststellung des Fachreferenten, dass ein Hauptgrund für fehlendes politisches Engagement in dem “Nicht-Wissen”, wie man sich einbringen könne, bestehe. Dass Jugendliche auch viel zu wenig gefragt würden oder dass jungen Menschen die gewählten Gemeinderäte kaum bekannt seien, waren weitere Punkte, die zu “Aha”-Effekten bei den Anwesenden führten.

Im Anschluss an den Vortrag stellte Heike Christmann, Vorstandsmitglied im Landesverband und Gemeinderätin aus Karlsbad, ein Arbeitspapier der AG Nachwuchsförderung im Freie Wähler Landesverband vor. Darin werden den Mitgliedsvereinen des Landesverbandes konkrete Tipps, Anregungen und Hilfestellungen zum Thema Nachwuchsförderung gegeben. Diese Hinweise reichen von den “Grundlagen der Freie Wähler Arbeit”, über die “Empfehlung von Fachleuten und Jugendbeteiligungsexperten” bis zu “Kooperationen mit Institutionen der politischen Bildung” und “Neuen Veranstaltungsformaten, die bei jungen Menschen ankommen”. Die Ausschreibung eines Wettbewerbes für gelungene Veranstaltungen rundet das Arbeitspapier ab. Das Werk wurde von allen Anwesenden positiv aufgenommen. Vielen Teilnehmenden war z.B. nicht bekannt, was eine “Xletix-Veranstaltung”, ein “Poetry-Slam” oder ein “PechaKucha”-Wettbewerb bedeuten. Diese neuen Formate und die weitere Vorgehensweise zur Nachwuchsgewinnung wurden im Anschluss von Landesgeschäftsführer Friedhelm Werner erläutert. “Eine gute, praxisnahe und motivierende Veranstaltung, die weiterhilft”, lobte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Waldbronn Kurt Bechtel die Veranstaltung. Angelika Demetrio-Purreiter hob positiv das Arbeitspapier hervor, auf das viele Ortsvereine gewartet hätten. Mit diesen konkreten Tipps könne man vor Ort gut weiterarbeiten und sich so bereits auf die Kommunalwahl 2019 vorbereiten, stellte die Waldbronner Gemeinderätin fest.

Teilnehmer an der Tagung über Nachwuchsförderung

Schnappschuss von der Tagung über Nachwuchsförderung in Waldbronn

Während das Präsidium am Nachmittag noch über weitere Themen diskutierte, konnten die übrigen Delegierten bei einer Betriebsbesichtigung der Bäckerei Nussbaumer in Reichenbach die Arbeitsweise einer Großbäckerei kennen lernen. Geschäftführer Bruno Rihm führte die Gruppe durch die einzelnen Produktionsstätten und erklärte die Abläufe.

Teilnehmer an der Besichtigung der Bäckerei Nussbaumer

Teilnehmer an der Besichtigung der Bäckerei Nussbaumer

Lärmaktionsplan und Neubaugebiet Rück II

Verabschiedung des Lärmaktionsplan für Waldbronn

Das war schon ziemlich frustrierend, was uns bei der letzten GR-Sitzung bezüglich des Lärmaktionsplans für Waldbronn vorgetragen wurde. Lediglich in Busenbach Bereich Ettlingerstraße 59 – 91 kann aus Lärmschutzgründen eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. Alle weiteren Wünsche und Forderungen des Gemeinderats, z.B. die Ausdehnung der Tempo-30-Zonen auf alle Durchgangsstraßen, haben wenig Aussicht auf Erfolg. Wie haben es aber die umliegenden Gemeinden geschafft, ihre Wünsche nach Tempo-30- Zonen durchzusetzen? Waldbronn tritt bei den zuständigen Behörden stets nur als „Bittsteller“ auf.
Der große Wunsch unserer Fraktion, die Kreuzung Pforzheimer Straße / Merkurstraße / Straße zur Bäckerei Nussbaumer durch eine Tempo-30-Zone zu entschärfen, wird wohl in Zukunft auch nicht durchsetzbar sein. Fußgänger haben nicht einmal eine geeignete Querungshilfe über die stark befahrene Pforzheimer Straße. Die viel zu kurze Linksabbiegerspur von Reichenbach aus ist für die Verkehrsteilnehmer auch keine große Hilfe. Deshalb bleibt unser Wunsch bestehen, einen Kreisel an diesem neuralgischen Punkt zu errichten. Die Fläche wäre vorhanden. Wie durch Rechtsamtsleiter Irion zu erfahren ist, wäre das Projekt nur auf Kosten der Gemeinde realisierbar, weil es sich bei der Pforzheimer Straße um eine Landesstraße handelt, die dafür verantwortlichen Stellen aber die Finanzierung ablehnen. Unsere Fraktion wird an dem Thema dranbleiben.

Baugebiet Rück II – Planungen gehen weiter

Unsere Fraktion hatte bereits in einer der letzten Ausgaben des Amtsblattes auf die kritischen Fragen bei der Bürgerversammlung am 08.12.2016 im Kurhaus hingewiesen. Die vielen Fragen und Bewertungen der anwesenden Besucher rechtfertigen nach Meinung der Verwaltung jedoch keine Abweichung der bisherigen Planung. In der jüngsten GR-Sitzung wurde nun mehrheitlich beschlossen, die Planungen für Rück II fortzusetzen. Aus unserer Fraktion wurde nochmals auf verschiedene wichtige Dinge ausdrücklich hingewiesen. Ein fünfstöckiges Hotel mit Aufsatz direkt am Ortseingang können wir uns nicht vorstellen. Darüber sollte man bei den weiteren Planungen nachdenken. Wie die ärztliche Versorgung für ca. 800 Neubürger gewährleistet werden soll, ist noch nicht klar. Das vermehrte Verkehrsaufkommen und die Parksituation, alles bedarf noch einer ausführlichen Diskussion im Gemeinderat. Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in Rück II haben die Gemeinderäte selbst in der Hand hat und können dies auch im Sinne der Bürger realisieren. Wenn keine grundlegende Veränderung in der Planung kommt, werden die Freien Wähler das „Riesengebäude“ entlang der Talstraße zwischen ALDI und Tennishalle ablehnen.

WordPress Themes