Gemeinderatswahlen

In Baden-Württemberg finden die Kommunalwahlen alle fünf Jahre statt. Bei der Stimmabgabe haben die Wähler durch Kumulieren und Panaschieren mehr Möglichkeiten als z.B. bei einer Bundestagswahl. Grundsätzlich gilt die positive Kennzeichnungspflicht, d.h., man muss einen Bewerber (oder eine Bewerberin) als gewählt ausdrücklich kennzeichnen; das Durchstreichen der Namen anderer Bewerber reicht nicht! Ein Bewerber gilt als gewählt, wenn man seinen Namen durch ein Kreuz oder die Zahl “1″ kennzeichnet. Die Namen der Bewerber, die zwei oder drei Stimmen erhalten sollen, werden mit der Zahl “2″ oder “3″ gekennzeichnet (Kumulieren). Um Bewerbern unterschiedlicher Wahlvorschlägen (Listen) Stimmen zu geben, nimmt man eine Liste als Grundlage und fügt Namen von Bewerbern anderer Listen handschriftlich dazu (Panaschieren). Wer alle Stimmen einer Partei oder den Freien Wählern geben will, kann deren Liste auch unverändert ohne jede Kennzeichnung abgeben; damit erhält jeder Bewerber dieser Liste eine Stimme. Das Wichtigste: jeder Wähler/jede Wählerin darf insgesamt nicht mehr Stimmen vergeben als Gemeinderäte zu wählen sind - in Waldbronn sind das 18 Stimmen!

Die Ergebnisse der Wahl 2009 in Zahlen und die Ergebnisse der letzten Wahl zum Vergleich:

Wahl 2004

CDU                       44,95% entspr. 8,09 Mandaten (tatsächlich 9 Abgeordnete)

SPD                        25,06% entspr. 4,51 Mandaten (tatsächlich 5 Abgeordnete)

FW                       14,19% entspr. 2,55 Mandaten (tatsächlich 2 Abgeordnete)

Grüne                    11,22% entspr. 2,02 Mandaten (tatsächlich 2 Abgeordnete)

Wahl 2009

CDU                       41,86% entspr. 7,53 Mandaten (tatsächlich 8 Abgeordnete)

SPD                        29,54% entspr. 5,32 Mandaten (tatsächlich 5 Abgeordnete)

FW                         17,94% entspr. 3,23 Mandaten (tatsächlich 3 Abgeordnete)

Grüne                     10,66% entspr. 1,92 Mandaten (tatsächlich 2 Abgeordnete)

Die tatsächliche Zahl der Abgeordneten im Gemeinderat wurde mit Hilfe des d’Hondtschen Verfahrens berechnet, das den Vorteil hat, stets ganzzahlige Ergebnisse zu liefern (im Gegensatz zur prozentualen Entsprechung der Stimmenanzahl), das jedoch den eindeutigen Nachteil hat, die großen Parteien zu bevorzugen und die kleinen Parteien zu benachteiligen (siehe z.B. CDU-Ergebnis von 2004 wird aufgerundet auf 9 Abgeordnete, FW-Ergebnis von 2004 wird auf 2 Abgeordnete abgerundet). Für die Kommunalwahl 2014 wird das Berechnungsverfahren nach André Sainte-Lague (Einzelheiten z.B. bei wikipedia) verwendet, das die Nachteile des d’Hondtschen Verfahrens nicht aufweist.

Wahl 2014

CDU                       39,21% entspr. 7,06 Mandaten (tatsächlich 7 Abgeordnete)

SPD/Bürgerliste      30,58% entspr. 5,50 Mandaten (tatsächlich 5 Abgeordnete)

FW                         16,07% entspr. 2,89 Mandaten (tatsächlich 3 Abgeordnete)

Grüne                     14,14% entspr. 2,55 Mandaten (tatsächlich 3 Abgeordnete)

Gerne können Sie mit unseren Gemeinderäten Kontakt aufnehmen und mit ihnen kommunalpolitische Themen diskutieren; sie freuen sich über Ihr Interesse.

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