13. Oktober 2020

Wasserdamm im Albtal wird geplant

Wasserdamm im Albtal wird geplant

Aus der Gemeinderatssitzung vom 23.09.2020

Gewaltiger Albtaldamm zwischen der Spinnerei und Neurod geplant

Als kurzer Mittelgebirgsfluss ist die Alb anfällig für plötzlich auftretendes Hochwasser nach starken Niederschlägen im Nordschwarzwald. Die Ursachen für Hochwässer sind vielfältig. Dazu zählen die Einengung des Gewässers durch den Zubau von Auenlandschaften und der Begradigung von Flüssen sowie der zunehmenden Versiegelung von Landschaftsflächen, die zu einem erhöhten oberirdischen Abfluss des Niederschlagswassers führen. Der Klimawandel trägt ebenso dazu bei, dass höhere Wassermengen auftreten oder diese zeitlich nicht mehr getrennt ablaufen, sondern sich überlagern und damit addieren.
Aus diesem Grund planen die Städte Ettlingen und Karlsruhe seit einigen Jahren einen Hochwasserdamm zwischen der Spinnerei und Neurod. Entsprechende Planungen wurden uns vom Ettlinger Bürgermeister Herrn Heidecker, sowie vom Planungsbüro Unger Ingenieure in der letzten GR Sitzung vorgestellt.

Erstaunlicherweise waren kaum Veränderungen zu einem Vortrag der Ettlinger Planer von vor ca. zwei Jahren zu erkennen. Natürlich sehen auch die Gemeinderäte der Freien Wähler die Notwendigkeit, den Hochwasserschutz mit Blick auf ein 100-jähriges Hochwasser voranzutreiben. Ebenso ist uns die Notwendigkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Ettlingen und Karlsruhe wichtig. Dennoch wurde auch von unserer Seite Kritik an den derzeitigen Plänen geübt.
Angelika Purreiter sprach berechtigter Weise von einem Wahnsinnseingriff in die Natur. Ebenso wurde von unserer Seite kritisiert, dass die Seitentäler wie z.B. Moosalbtal und Meisenbachtal nicht in die Planungen mit einbezogen worden sind. Außerdem wäre bei Hochwasser die Kläranlage bei Neurod in Gefahr vor Überflutung. Da man sich die Ausmaße dieses gigantischen Projektes anhand der vorgelegten „Präsentation“ überhaupt nicht vorstellen kann, fordern die Freien Wähler sowie einige Gemeinderatskollegen, ein 3D-Modell und eine entsprechende räumliche Präsentation. Abgeschreckt hat uns auch eine bis zu 9 m hohe Betonmauer entlang der AVG Halle bis weit ins Albtal hinein. Weiter wurde von unserer Seite angeregt, den Hochwasserdamm am Ende von Neurod in Richtung Fischweier zu planen. Dies hätte den Vorteil, dass bei Hochwasser die Kläranlage in Neurod geschützt bleibt. Dies hätte, laut Herrn Zimmermann von Unger Ingenieure, allerdings nicht den gewünschten Effekt. Positiv sehen wir den Vorschlag des Ettlinger Bürgermeisters Moritz Heidecker, dass kommende Detailfragen in einem Projektbegleitkreis auch mit Mitgliedern des Waldbronner Gemeinderates erörtert werden können. 2023 soll nach heutigem Planungsstand die Bauphase beginnen. Die Kosten des Projektes tragen zu 70% die Stadt Ettlingen und zu 30 % die Stadt Karlsruhe. Man darf gespannt sein, wie und wann es hier weitergeht.

Text: Kurt Bechtel, Fraktionsvorsitzender