30. September 2019

Bericht aus dem Gemeinderat

Bericht aus dem Gemeinderat

Sitzung vom 25.09.2019 Teil 1

Nahversorgungszentrum Talstraße - Durchführungsvertrag

Groß war das Interesse der Waldbronner Bürgerinnen und Bürger bei der letzten GR Sitzung, als die Beschlussfassung über den Durchführungsvertrag „Nahversorgungszentrum Talstraße“ auf der Tagesordnung stand. Nach mehreren schriftlichen Einwänden aus der Einwohnerschaft, war den Fraktionen im Vorfeld der GR Sitzung klar, dass man keinen Durchführungsvertrag beschließen kann, ohne vorher nochmals auf die eingegangenen Anregungen aus der Bevölkerung intensiv einzugehen. Aufgrund der eingegangenen Einwände wurde angeregt, dass jede Fraktion ein entsprechendes Statement abgibt, und die Beschlussfassung über den Durchführungsvertrag verschoben wird. Ein Antrag von Bündnis90/Die Grünen, den Tagesordnungspunkt von der Tagesordnung zu streichen, wurde mehrheitlich abgelehnt.
Unserer Meinung nach entspricht der vorgelegte Durchführungsvertrag nicht der städtebaulichen Zielsetzung unserer Gemeinde, und widerspricht somit dem Leitbild im Bezug auf den dörflichen Charakter. Nicht umsonst warnen Städteplaner vor zu dichter Bebauung mit Blick auf den Temperaturanstieg und Wärmeentwicklung im Sommer. Und nun sollten in Waldbronn nicht 80 Wohnungen, (wie in der Planung Januar 2018 vorgestellt) auch keine 100 Wohnungen, sondern rund 130 Wohnungen für rund 200 Personen gebaut werden. Und dies auf bis zu 5-stöckigen Gebäuden!
Plötzlich sind nur noch 20% sozial geförderter Wohnraum vorgesehen. Warum?

Die Freien Wähler fordern, wie ursprünglich geplant, 25% sozial geförderter Wohnraum. Wir glauben nicht, dass man sich über die Konsequenzen eines solchen „Monsterprojekts“ in der Gemeindeverwaltung im Klaren war. Möglicherweise fehlte es am Vorstellungsvermögen, was auf die Bürger und direkte Anwohner zukommt. Auf der einen Straßenseite ein Neubaugebiet mit 800 Einwohnern, auf der anderen Straßenseite ein Nahversorgungszentrum mit erheblichem Einzugsgebiet und somit erheblichem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von geschätzten 150 PKW nur für die ALDI Wohnungen. Das Verkehrsaufkommen wird sich (durch Rück II, ALDI, DM-Drogerie, Vollsortimenter und Wohnungen ALDI ) von 6.700 Kfz je Tag auf geschätzte 10.000 Kfz/Tag erhöhen. Es hat sich anscheinend in Waldbronn noch nicht herumgesprochen, dass pro Wohnung im Schnitt mit mehr als 1 PKW zu rechnen ist. Einem Kreisel an der Zufahrt zum neuen Nahversorgungszentrum würden wir, aufgrund der dadurch entschärften Verkehrsführung, zustimmen.

Eines möchten wir an dieser Stelle noch betonen: Die Freien Wähler stehen für das ALDI Projekt, aber nicht in dieser Größenordnung. Entwicklung muss sein, jedoch nicht maßlos. Bei dieser neuerlichen Planung scheint allerdings jedes Maß verloren gegangen zu sein. Wenn wir nicht aufpassen, ist es bald vorbei mit der "Wohlfühlgemeinde im Albtal“!
Nun sind das Techn. Amt der Gemeindeverwaltung und Planungsbüro in der Pflicht, um das „Nahversorgungszentrum Talstraße“ in einer vernünftigen Größenordnung dem Gemeinderat erneut vorzustellen. Man darf gespannt sein !!

Text: Kurt Bechtel Fraktionsvorsitzender