31. Juli 2019

Bericht aus dem Gemeinderat

Sitzungen vom 23. und 24.07.2019

Ein neuer Stadtteil entsteht

In der vorletzten Sitzung vor der Sommerpause stellte das Planungsbüro Piske dem Gemeinderat seinen Plan „Nahversorgungszentrum Talstraße“ vor. Auf einer Grundstücksfläche von über 8000 qm sollen neben dem Discounter Aldi, dem Vollsortimenter REWE und dem Drogeriemarktdm noch 129 Wohnungen entstehen. 200 Menschen können dort ein neues Zuhause finden. Der Gemeinderat stimmte über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan ab. Die bereits durchgeführte Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung wird als frühzeitige Beteiligung gewertet. Anregungen von Seiten der Bevölkerung kamen genug. Es wurden z. B. die Menge anWohnungen kritisiert, die auf dem Gelände entstehen sollen; es kam die Frage auf, ob genug Stellplätze für Kunden und Bewohner vorhanden sind; es ging um die Lärmbelastung deranliefernden LKW‘s, die über die Hewlett-und-Packard-Straße den Markt anfahren und vor allem ist festzustellen, dass einige der Gebäude um über 3 Meter höher werden als diegegenüberliegenden Gebäude in Rück 1. Mit Hilfe des Durchführungsvertrages, der im Gemeinderat im Herbst diskutiert und beschlossen werden muss, kann noch an der einen oder anderen Stellschraube gedreht werden. Ganz klar ist aber festzustellen, dass am Ende der Bauzeit von Rück 2 und dem Aldiprojekt über 1000 Menschen mehrin dem neuen Stadtteil zwischenBusenbach und Reichenbach  leben. Was bedeutet das für Waldbronn ? Mehr Verkehr mit einer höheren Lärm- und Emissionsbelastung  in bestimmten Straßen, die Notwendigkeit von mehr Kita- und Kindergartenplätze für die Jüngsten, mehr Raumbedarf in den Grundschulen, mehr Betreuungsplätze in Senioren- und Pflegeheimen, die Erweiterung der Waldbronner Friedhöfe, um nur einige Punkte zu nennen. Das Aldiprojekt ist eine tolle Chance, Wohnen und Einkaufen ortsnah und fußläufig zu realisieren. Aber Aldi wird wirtschaftlich bauen wollen und die Verwaltung und wir Mitglieder des Gemeinderates müssen aufpassen, dass Waldbronn auch in Zukunft ein lebens- und liebenswerter Ort bleibt.


Der Klimawandel hat den Waldbronner Wald erreicht

Es ist schon erschreckend, wenn Revierförster Josef Mayer den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten mitteilt und zeigt, dass wegen Trockenheit, Hitze und Borkenkäferbefall immer mehr Bäume, vor allem Buchen, sterben. Diese müssen so schnell wie möglich gefällt werden. Ihr Holz kann nur noch als Brennholz Verwendung finden. Die Aufforstung soll in Zukunft mit den robusteren Eichen durchgeführt werden. Zusammen mit Thomas Rupp, dem Leiter des Forstbezirkes Süd, fand am letzten Sitzungstag die sog. Waldbegehung statt. Die Verkehrssicherungspflicht am Wegesrand war ein anderes wichtiges Thema. Die Gemeinde ist in der Pflicht, zu kontrollieren, ob Äste herunterfallen können. Damit vor allem verschiedene Schmetterlingsarten noch Nahrung finden, werden so spät wie möglich die Wegränder gemäht. Der Wasserdost ist eine wichtige Pflanze. Ein anderes Problem sind freilaufende Hunde im Wald, die das Wild aufscheuchen und dieses jagen, sodass es auf die Straße rennt und es so zu Wildunfällen kommt. Für Thomas Rupp war es die letzte Waldbronner Waldbegehung, denn er wird am Ende des Jahres in den Ruhestand gehen. Die Freien Wähler danken ihm für die jahrelange gute Betreuung des Waldbronner Waldes und seinen interessanten Ausführungen im Gemeinderat zur Lage und Wirtschaftlichkeit. Wir wünschen ihm einen guten und langen „Unruhestand“.

( Text: Angelika D.-Purreiter)