10. Dezember 2019

Das ALDI-Projekt: Sind die Bedenken der Bürger wirklich haltlos?

Das ALDI-Projekt: Sind die Bedenken der Bürger wirklich haltlos?

Aus der Gemeinderatssitzung am 04.12.2019

Das Aldi-Projekt: Sind die Bedenken der Bürger wirklich haltlos?

In der letzten Sitzung des Gemeinderates erklärte ein Mitarbeiter des Planungsbüros Piske die Anregungen und Einwände von Behörden sowie der Bürgerinnen und Bürger nach der 2.Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nahversorgungszentrum Talstraße“ dem Gemeinderat. Von Behördenseite gab es kaum Einwände. Als Ausgleichsmaßnahme soll eine landwirtschaftlich genutzte Fläche zu einer extensiv bewirtschafteten Wiesenfläche umgewandelt werden. Ein Kreisverkehr soll den Kreuzungsbereich Einfahrt Aldi, Rück 1 und Talstraße verkehrstechnisch entlasten, bei der 3. Gebäudezeile wird ein Vollgeschoss (= 8 Wohnungen) entfernt, die Zahl der Vollgeschosse wird festgesetzt und die Überschreitung um je ein Nicht-Vollgeschoss (= Staffelgeschoss) wird eingeräumt. Ökologische Einwände wurden nachgebessert, Bedenken der Bürgerschaft ausgeräumt.
Na dann, alles paletti, oder? Der 3. Offenlage steht nichts mehr im Wege!Warum haben die Freien Wähler der Beschlussfassung doch nicht zugestimmt?
Weil die Bürger genau das dem Projekt ankreiden wie wir auch: zu hoch, zu breit, zu viele Wohnungen, Probleme mit den Stellplätzen zu Stoßzeiten, Emissionsbelastung in Bezug auf Lärm und Verkehr in einem Kurort. Dieser Gebäudekomplex passt nicht nach Waldbronn, verstößt gegen das Leitbild 2025, Bereich Bauen und Wohnen: Ziel 4.1. Das kleinteilige Ortsbild wird durch behutsame Innerortsbebauung geschützt und weiterentwickelt. Ziel 4.2. Die innerörtliche Nachverdichtung erfolgt behutsam und maßvoll unter Vermeidung von Überbauung.Mit der Genehmigung des Aldiprojektes würde der Gemeinderat gegen zwei Ziele aus dem Leitbild verstoßen.
Wir unterstützen ein Nahversorgungszentrum, dass das neue Ortszentrum aufwerten soll und fußläufig von den neuen Baugebieten erreichbar ist. Wir unterstützen aber nicht eine Reihenbebauung mit 115 Wohnungen, die diese immer noch ländlich geprägte Gemeinde bestimmt nicht aufwerten wird. Es gibt in Waldbronn schon genug Bausünden, eine neue tragen wir nicht mehr mit.


Forstbericht: Wie geht es mit den Bäumen in unserem Wald weiter?

Die letzte Waldbegehung im Juli war symptomatisch: Auch den Waldbronner Wald hat es erwischt, die Bäume leiden unter den sommerlichen Temperaturen. Es ist zu trocken, es gibt Hitzebrand und die Bäume, vor allem die Buchen, trifft es besonders hart. Sie vertrocknen und sind nicht mehr verkehrssicher, so dass sie gefällt werden müssen. Der Hiebsatz von 1750 Festmeter in 2018 musste auf 2600 Festmeter in 2019 erhöht, soll aber wieder auf 2100 Festmeter in 2020 reduziert werden. Mit einem Zuschussbedarf von über 40 Tsd. Euro muss die Gemeinde im Jahr 2020 rechnen. Die Bepflanzung des Waldes befindet sich in einer Umorganisation. Vor allem resistente Douglasien sollen in Zukunft angepflanzt werden.

(Text: A. D.-Purreiter)