21. Mai 2018

Der Fluch und Segen eines Autos

Vor nicht allzu langer Zeit wurde nach einem Gemeinderatsbeschluss die Verkehrsbehörde im Regierungspräsidium gebeten, für die Ettlinger Straße in Busenbach eine Tempo-30-Zoneeinzuführen wegen zu hoher Lärmbelastung. Genau 100 Meter misst die Strecke; wünschenswert wäre gewesen, die gesamte Hauptstraße mit einzubeziehen, natürlich auch die gesamte Pforzheimer Straße in Reichenbach. Aber das ist nicht einfach und unterliegt genauen gesetzlichen Vorgaben. Nun wird durch einen CDU-Antrag der ruhendeVerkehr in Augenschein genommen, ein großes, schon lange währendes Problem auf den Straßen von Waldbronn. Auch in der Bürgerfragestunde während der letzten Gemeinderatssitzung stellte ein Bürger fest, dass es in Waldbronn scheinbar einen rechtsfreien Raum in Bezug auf Abstellen von Kraftfahrzeugen gibt. Da wird auf Sperrflächen geparkt oder auf Parkplätzen ( besonders am Rathausmarkt ), wo ein Verkehrsschild angibt, dass nur mit Parkscheibe geparkt werden darf, wird erst gar keine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt oder der Abstand vor Zebrastreifen wird nicht eingehalten oder es werden Gehwege zugeparkt, so dass weder ein Kinderwagen noch ein Rollator vorbei geschoben werden kann. Was ist wohl der Grund für solchesFehlverhalten gegen die Straßenverkehrsordnung?Frechheit, Bequemlichkeit, Desinteresse oder gibt es einfach zu viele Kraftfahrzeuge, so dass man keinen geeigneten Parkplatzfindet? Schon seit Jahren wird auf die Problematik des ruhenden Verkehrs in Waldbronn – auch von unserer Fraktion – hingewiesen. Durch eine veränderte Stellplatzverordnung, die je nach Wohnungsgröße 2 Stellplätze vorsieht, haben wir im Rat schon versucht, bei Neubauten mehr Parkplätze zu schaffen. In Gebieten mit älteren Bebauungsplänen sind wir aber immer noch auf die Einsicht des Bauträgers oder die Überzeugungskraft der Verwaltung angewiesen. Um einepartielle Parkraumbewirtschaftung,vor allem an der Albtherme, werden wir nichtherumkommen. Ettlingen macht es mit der erst kürzlich erhobenen Parkgebühr für Hallenbadbesucher im Parkhaus vor. Außerdem wird für die Überwachung des ruhenden Verkehrs ein neuer Mitarbeiter für 10 Stunden eingestellt. Ob die Stundenzahl ausreicht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Zunächst wird das Ordnungsamt mit einer sog. „Bestandserfassung“ Problembereiche sammeln und ist dabei auch auf die Mithilfe aus der Bürgerschaft angewiesen.

Fluch und Segen einer Mikrofonanlage
Nun ist sie installiert, die neue Anlage, die besonders hörgeschädigten Menschen die Möglichkeit eröffnet, an Gemeinderatssitzungen teilzunehmen. Aber zunächst müssen die Gemeinderäte lernen, damit umzugehen: Welcher Knopf und wie lange muss dieser gedrückt werden? Wie weit sollte der Abstand zwischen Mikrofon und Mund sein, damit die Anlage nicht übersteuert? Und ja nicht vergessen, den Knopf wieder zu bedienen, wenn man seinen Redebeitrag beendet hat, sonst bekommt die Zuhörerschaft auch die geheime Unterhaltung zwischenFraktionskollegen mit. Wir sind lernfähig! Hoffentlich auch der Herr, der sich so intensiv für diese Anlage eingesetzt hat. Wir würden uns freuen, wenn er in Zukunft selbst erleben könnte, welchen Vorteil diese Anlage den Zuhörern bietet.