23. November 2018

Einrichtung einer Kinder- und Jugendbücherei im Radiomuseum

Einrichtung einer Kinder- und Jugendbücherei im Radiomuseum

...oder was passiert, wenn die rechte Hand nicht weiß, was die linke will - eine Provinzposse der eigenen Verwaltung

Dass dieser Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung vom 22. November in einem Eklat enden würde, hatte zu Beginn keiner der anwesenden Gemeinderäte vermutet. Der Saal war gut gefüllt, daran konnte man das Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu bestimmten Themen erkennen. Einig waren sich alle Fraktionen, dass eine Kinder- und Jugendbücherei im ehemaligen Radiomuseum eine gute Idee sein würde. Zum 28. Februar 2019 schließt nach Beschluss des Gemeinderates die kommunale Bücherei „Leseinsel“. In den BNN konnte man lesen, dass der Förderverein auch durch Abgabe einer Unterschriftenliste beim Bürgermeister diese neue Form sehnlichst wünscht. Die Statik des alten Gebäudes würde das zulassen, obwohl vor einiger Zeit genau dieser Punkt als Problem von der Verwaltung gesehen wurde. Der Förderverein sollte laut Sitzungsvorlage die Trägerschaft übernehmen. Die Miete würde auf 500 Euro für die Bücherei und 100 Euro für das noch im 2. Stockwerk vorhandene Radiomuseum im Monat gedeckelt. Amtsleiter Reinhold Bayer ermittelte weitere Kosten, die von dem zukünftigen Träger im Jahr zu leisten wären, insgesamt - inklusive der Miete von 7200 Euro – in der günstigen Version ca. 20.000,- Euro. Ein Zuschuss von 7500 Euro würde die Gemeinde gewähren. So weit - so gut.
Urplötzlich stellte Bürgermeister Masino auf unsere Nachfrage fest, dass ein Förderverein nicht der Träger sein kann, sondern dass diese neue Form einer Bücherei in kommunaler Hand bleiben muss - also exakt das Gegenteil dessen, was wir in unseren Sitzungsvorlagen zu lesen bekamen. Unsere Fraktion zeigte sich sehr überrascht über diesen Sinneswandel. Was war der Grund für diese Änderung, die sich innerhalb einer Woche vollzogen haben muss? Oder hat der Bürgermeister (der die Verantwortung für die Sitzungsvorlage dann schnell seinem Hauptamtsleiter zuschob, obwohl "gez. Masino" drunterstand) seine eigenen Sitzungsvorlagen nicht gelesen? Weshalb forderte Bürgermeister Franz Masino vehement, dass eine Entscheidung für eine Kinder-und Jugendbücherei noch an diesem Abend fallen müsste? Warum wurde nicht im Vorfeld im kleinen Kreis, z.B. im Verwaltungsausschuss, vorberaten und die “Pflöcke“ für diese Bücherei „eingeschlagen“? Verwundert war unsere Fraktion auch, dass Personalfragen (unter Nennung des Namens des Betroffenen) öffentlich diskutiert werden - ein absolutes No-Go.
Wenn das bisherige Personal - wie von der Verwaltung vorgeschlagen - in der Kinder- und Jugendbücherei weiterbeschäftigt würde, kämen diese Kosten rein rechnerisch für die Gemeinde noch dazu. Am Ende wurde die Entscheidung dann vertagt, bis sich die Verwaltung zu einem einheitlichen Beschlussvorschlag durchringen kann...

Text: Angelika Demetrio-Purreiter / Ralf Störzbach