Über Natur und Bebauung in der Waldbronner Gemarkung

Wie soll es mit dem Hetzelbach weitergehen ?

Schon in einer AUT-Sitzung im letzten Jahr wurde der katastrophale Zustand des Flussbettes des Hetzelbaches vom Regenwasserrückhaltebecken bis zur Brücke von den Mitgliedern für untragbar gehalten. Nach jedem Hochwasser, besonders nach dem im Juni 2016, wird immer mehr von dem eingebrachten Beton unterspült und das Gestein von den Wassermassen weggespült. Ein Student des KIT stellte in seiner Masterarbeit die Gründe für diese Folgen dieses Mal den Mitgliedern des Umweltbeirates vor und erklärte auch, welche möglichen Lösungen es gibt. Über Kosten für die Verbesserung konnten keine Aussagen gemacht werden. Die muss ein dafür beauftragtes Ingenieurbüro errechnen. Auf die Frage unserer Fraktion, was geschehen würde, wenn die Brücke entfernt und der Flusslauf an dieser Stelle verbreitert werden würde, stellte sich heraus, dass alle anderen Maßnahmen dann unnötig wären. Äußerungen von der Verwaltung wie, die Brücke sei als Fotomotiv vor allem bei Hochzeiten beliebt und sollte bleiben, können wir nicht nachvollziehen. Außerdem könnte man eine Furt an dieser Stelle errichten, d.h. große Steine in das Flussbett einbringen, so dass Wanderer den Lauf trockenen Fußes und sicher überqueren könnten.

Wo oder wie findet man noch Flächen, die als Ausgleichsmaßnahme herhalten können?

So oder ähnliche Fragen wird sich die Verwaltung gestellt haben, als das neue Baugebiet Rück II zur Bebauung anstand. Da die Gemarkung von Waldbronn recht klein ist und die Gemeinde kaum noch eigene Grundstücksflächen besitzt, wird krampfhaft gesucht, wo und wie man noch Eingriffe in die Natur, die durch die Bebauung eines Gebietes entstehen, ausgleichen kann. Da bekommt zunächst der Bauherr Auflagen, z.B. welche heimischen Gehölze er anpflanzen darf, die Art der Regenrückhaltung, Begrünung des Carports usw. Außerdem stellte die Umweltbehörde in ihrem Gutachten fest, dass zwei verschiedene Fledermausarten das Rück II als Flugkorridor und als Futterquelle nutzen. Dafür muss Fläche auf einem der Gewanne jenseits der Stuttgarter Straße gesucht werden, um neue Nist- und Futterplätze für diese Tiere zu finden. In Etzenrot gibt es Wiesenflächen, auf denen noch vereinzelt wilde Orchideenarten wachsen. Hier soll durch Pflegemaßnahmen wieder ein größerer Bestand hergestellt werden. Auch die Käppliswiesen sollen durch Einschlag ökologisch aufgewertet werden. Und die Maßnahme am Hetzelbach könnte man auch noch als Ausgleichsmaßnahme verwenden, wenn diese als ökologisch wertvoll eingestuft werden kann. Aber was passiert, wenn es keine Möglichkeiten für Ausgleichsmaßnahmen mehr gibt in einer Gemeinde? Dann kommen Ersatzzahlungen in Betracht, um an anderer Stelle im Land Maßnahmen als Ausgleich für die Waldbronner Beeinträchtigung der Natur durchführen zu können. Was bedeutet das für unsere Gemeinde? Wir sind in Bezug auf weitere Erschließungen und Bebauungen am „Ende der Fahnenstange“.

Über Wildbienen und das Waldbronner Leitbild

Hübsche Akzente für den Wildbienensommer

Wer in den letzten Tagen durch Waldbronn kommt, dem fallen die übergroßen „Bienen“ auf. Zehn sind es insgesamt, liebevoll gestaltet aus aufeinander gestapelten Strohballen. Auch in Karlsbad kann man diese Zeichen für den beginnenden Bienensommer finden. Am letzten Freitag wurde die Aktion in Karlsbad offiziell eingeläutet. Eine große Wiese mit verschiedenen Wildkräutern wurde in der Nähe des Langensteinbacher Grüngutplatzes eingesät, ein Bienenhotel aufgebaut und ein Schild aufgestellt mit dem Hinweis auf die Besonderheit der Wildbienen. Bürger können sogar mit abgepackten Blütensamen ihren Garten für Wildbienen fit machen. Ein herzliches Dankeschön allen Akteuren, die sich für diese besondere Attraktion einsetzen. Klaus Albiez, Vorsitzender des Bienenzüchtervereins Ettlingen und Albgau, erklärte während der kleinen Feierstunde, was wohl der Grund sei, dass Hausbienen immer weniger geeignetes Futter finden können. Er begründete das Problem in der Ausbringung von Pestiziden, der sich verändernden Wiesen- und Feldlandschaft, in der es entweder keine Wildblumen mehr gibt oder viel zu früh gemäht wird sowie im Klimawandel. Dennoch entscheiden sich immer mehr Hobbyimker für die Bienenzucht.

Aber auch Hummeln, ebenso wichtige Bestäuber vor allem von Obstbäumen, finden keine adäquate Nahrung mehr. Klaus Albiez stellte auch fest, dass es doch auffällig sei, dass nach langem Fahren auf der Autobahn die Autofrontscheibe im Gegensatz zu früher bei weitem nicht mehr so schmutzig mit Insekten sei. Der eine macht sich darüber Gedanken, den anderen freut es vielleicht.

Wünsche der Leitbildgruppenvertreter

Monatelang setzt man sich im Vorfeld zusammen, aber die Umsetzung findet nicht so statt, wie man es sich wünschen würde. Das war der Tenor der Mitglieder aus den verschiedenen Leitbildgruppen, die sich mit Vertretern der Fraktionen des Gemeinderats und der Verwaltung als Steuerungsgruppe in der letzten Woche trafen. Obwohl in den Sitzungsvorlagen des Gemeinderates explizit auf die Leitziele und die Maßnahmen hingewiesen wird, hatten die Mitglieder der anwesenden Leitbildgruppen nicht den Eindruck, dass eine ordentliche Umsetzung stattfindet. Nur die Projektgruppe ‘Umwelt’ sieht einige Ihrer Maßnahmen auf dem richtigen Weg. Dabei handelt es sich um den Fair-Trade-Handel und den EEA (European Energy Award) mit der Einrichtung der Energiezentrale. Ein Radwegeplan, eingefordert von der Projektgruppe ‘Infrastruktur’, wartet auf die Umsetzung; im Haushaltsplan für 2017 sind 50 Tsd. Euro dafür eingestellt. Die Gruppe ‘Soziales’ erhofft sich endlich die Einrichtung eines Sozialbeirates, die Gruppe ‘Kultur’ wünscht, dass der Kulturring weiterhin von der Gemeinde finanziell unterstützt wird und die bestehenden freiwilligen Einrichtungen weitergeführt werden. Allein, es fehlt am Geld und an Manpower in der Verwaltung. Mit dem Auftrag an die GR-Mitglieder, in den Fraktionen über eine personelle Aufstockung in der Verwaltung in Bezug auf Überprüfung der Umsetzung und Bündelung der Ziele und Maßnahmen im Leitbild zu diskutieren, wurde die Sitzung beendet.

Jahresversammlung der Freien Wähler Baden-Württemberg

Bericht über die 61. Jahreshauptversammlung der Freien Wähler

Zwei interessante Themen erwarteten die Waldbronner Delegierten in diesem Jahr: Wie kann die Integration von Flüchtlingen gelingen? Wie kann man erreichen, dass mehr Jugendliche sich für Politik, besonders Kommunalpolitik interessieren? Heinz Buschkowsky, ehemals Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, berichtete als Gastredner über die Bedeutung der Integration von Flüchtlingen und die besondere Schwierigkeit vor allem in Großstädten. Denn dort haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte so genannte Parallelgesellschaften entwickelt, die kaum mehr zu zerschlagen sind. Einfacher ist die Integration von Immigranten auf dem Land, wo es viele ehrenamtliche Helfer und auch Netzwerke gibt. Sehr wichtig ist der gerade verabschiedete Pakt für Integration von Landesregierung und Kommunen in Baden-Württemberg. Aber Flüchtlinge müssen auch bereit sein, sich bei uns zu integrieren. Wichtig vor allem für die Zukunft der Kinder ist es, die deutsche Sprache zu erlernen. Deshalb sollten Flüchtlingskinder unbedingt einen Kindergarten besuchen. Er schloss nicht aus, dass in den nächsten Jahren noch mehr Flüchtlingswellen zu befürchten sind, weil vor allem in Nordafrika viele Menschen „auf gepackten Koffern säßen“ und nur auf eine Gelegenheit warteten, nach Europa zu kommen.

Jugendliche aus Elzach stellten im 2. Teil der Veranstaltung Projekte vor, die sie angestoßen haben. Dabei ging es einmal um einen „Politischen Tag“, an dem Schüler aus den 8. Klassen aller weiterführenden Schulen in Elzach das Rathaus und eine Sitzung des Gemeinderates mit anschließender Diskussion besuchen konnten. Ein weiteres Projekt ist die Einrichtung einer App. mit dem Titel „Jugend macht mobil im Tal“. Es werden Mitfahrgelegenheiten für Jugendliche angeboten, die in den weiten Tälern des Schwarzwaldes nur schwer die Städte erreichen können. Ausführlich erklärten die beiden jugendlichen Referenten – in der Zwischenzeit Studenten - , welche Schritte sie für die Umsetzung unternommen hatten. Auf Augenhöhe mit Jugendlichen kommunizieren und auf ihre Bedürfnisse eingehen, ist der Schlüssel für mehr Beteiligung.

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